Nützliche Informationen für Ärzte
Themenübersicht
- Praxiskonzept
- Akuter Herzinfarkt – 24h-Herzkatheterbereitschaft in Zusammenarbeit mit der Raphaelsklink
- Herzkatheter ambulant oder stationär
- Empfehlungen nach PTCA, Stent
- Ambulante Kardioversion – medikamentös oder elektrisch
- Antikoagulation bei Vorhofflimmern
- Endokaditisprophylaxe
- Kardiovaskuläre Risikomanagement
- Downloads
Herzkatheter ambulant oder stationär
Eine ambulante Durchführung von Linksherzkatheteruntersuchungen ist prinzipiell bei allen Patienten möglich. Voraussetzung ist eine gute Compliance für Anordnungen und ein ausreichender Allgemeinzustand, sowie häusliche Verhältnisse, die eine sichere
Nachsorge gewährleisten.
Von vornherein ungeeignet für ein ambulantes Vorgehen sind
Patienten mit drohender Dekompensation durch eingeschränkte LV-Funktion oder Patienten
mit schwerwiegenden Begleiterkrankungen. Auch der spezielle Patientenwunsch
(Angst vor Komplikationen), ausgeprägte Adipositas, hohes Lebensalter und entfernter
Wohnort können gegen eine ambulante Untersuchung sprechen. Komplikationslose Durchführung der Untersuchung und Nachüberwachungsphase,
sowie kein Untersuchungsergebnis, das eine sofortige stationäre Überwachung
erfordert
Voraussetzungen
Voraussetzungen
für ambulante Durchführung sind:
- Aktuelle kardiologische Voruntersuchung, insbesondere Belastungs-EKG, Herzultraschall
- aktuelles Laborwerte (Blutbild, Kreatinin, TSH basal, ggf. INR-Wert)
- Aufklärung für die Untersuchung
Fast alle Medikamente können und sollen weiter eingenommen werden, vor allem ASS und Blutdruckmedikamente, Abgesetzt bzw. pausiert werden müssen dagegen: Marcumar, Metformin (Antidiabetikum) und Diuretika. Nach Absetzen von Marcumar sollte eine INR-Wert von < 1,7 vorliegen. Ob überbrückend dann Heparin gespritzt werden muss, kann nur individuell entschieden werden, in solchen Fällen muss ein entsprechendes „bridging“-Schema abgesprochen werden. Metformin sollte 2 Tage vor der Untersuchung pausiert werden.
Bei bekannter Kontrastmittel-Allergie wird unsererseits vor der Untersuchung eine entsprechende Vorbehandlung durchgeführt. Bei bekannter Schilddrüsenüberfunktion (TSH-Erniedrigung) ist meist eine begleitende Behandlung mit Natriumperchlorat (Irenat®) erforderlich. Im Falle einer Niereninsuffizienz erfolgt eine Hydrierung vor und während der Untersuchung.
Nachsorge
Findet die Herzkatheteruntersuchung
von primär stationär statt, können all die genannten Vorbedingungen im Rahmen
des stationären Aufenthaltes erbracht werden. Wenn es sich nicht um einen
Notfall handelt, ist jedoch das Absetzen von Antikoagulantien (Marcumar) mit
ggf. notwendiger Überbrückung erwünscht, damit sich die Untersuchung nicht
unnötig verzögert und der Krankenhausaufenthalt kurz gehalten werden kann.
Im Falle einer
ambulanten Herzkatheteruntersuchung muss der Patient in der Regel auf ein
Frühstück zuhause verzichten und nüchtern zur Untersuchung (3 Stunden vor der Untersuchung sollte keine
Mahlzeit eingenommen werden) erscheinen. In Abhängigkeit des
Untersuchungszeitpunkts, kann nach besonderer Absprache mit den Ärzten, zuhause
noch ein kleines Frühstück eingenommen werden. Diabetiker sollten ihre Insulindosis anpassen und diese
vorab mit den Ärzten besprechen.
Nach der
Katheteruntersuchung wird die Punktionsstelle mit einem Druckverband abgedrückt
und die entsprechende Extremität (meist das rechts Bein) für 4 Stunden
ruhiggestellt. Die Liegezeit verbringen die Patienten in den in unserer Praxis
befindlichen Überwachungsbetten bzw. Nachsorgeräumen, hier wird ein
reichhaltiges Frühstück serviert.
Im Falle einer
gleichzeitigen Ballondilatation oder Stentimplantation müssen die Patienten
allerdings länger, d.h. für mindestens 12 h überwacht werden. Nach einer meist
vierstündigen Monitorüberwachung in unserer Praxis und anschließender Entfernung der
Schleußen, wird der Patient während einer Übernachtung in der Raphaelsklinik
weiter betreut und überwacht – die Patienten verbleiben aber
abrechnungstechnisch weiter ambulant!