Kardioversion
Medikamentöse Kardioversion
Die Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus ist prinzipiell durch Medikamente den sogenannten Antiarrhythmika (z.B. Flecainid oder Amiodaron) möglich, dies insbesondere in den ersten 48h nach Auftreten des Vorhofflimmerns. Der Versuch einer medikamentösen Kardioversion kann ambulant in unserer Praxis durchgeführt werden. Hierbei wird das Rhythmusmedikament, meist Flecainid (Tambocor®) in Tablettenform verabreicht und der Patient währenddessen in unseren komfortablen Nachsorgeräumen an einem Überwachungsmonitor über mehrere Stunden betreut. Die Überwachung ist notwendig, da es beim Umspringen in den normalen Takt, den Sinusrhythmus, zu einem verlangsamten Herzschlag (Bradykardie) kommen kann. In sehr seltenen Fällen können durch das Antiarrhythmikum selbst, als Nebenwirkung, Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden, was ebenfalls durch die Überwachung abgesichert wird.
Eine medikamentöse Kardioversion
kann bei sonst herzgesunden Patienten, wenn einmal unter Überwachung ohne
Komplikation durchgeführt, auch im Verlauf bei wiederholtem Auftreten von
Vorhofflimmerattacken vom Patienten selbst angewandt werden. Dabei werden
zuhause oder unterwegs in den ersten Stunden nach Eintreten des Vorhofflimmerns
in Eigenregie Flecainidtabletten
(z.B. Tambocor®) eingenommen und so der Sinusrhythmus wieder hergestellt. Aus
dem englischen wird dies auch das "Pill in the Pocket-Konzept" genannt.
Die Erfolgsrate liegt bei etwa 80%. Nicht in Frage kommt das "Pill in the
Pocket-Konzept" bei Vorhofflimmern und ernsthaften Herzkrankheiten wie
eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Verengungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzerkrankung),
einer vorbestehender Pulsverlangsamung, einer bekannten Erregungsleitungsstörungen
(z.B. AV-Block), ein Alter über 75 Jahre, Nieren- und Leberfunktionsschwäche
oder einer vorliegenden Schwangerschaft.
Detailliert muss eine solche Therapie vorher mit Ihrem Arzt abgesprochen
werden.