Vorhofflimmern
Behandlungsstrategien
Die Therapie
von Vorhofflimmern verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele:
- die Behandlung der Rhythmusstörung selbst und
- die Vermeidung von Komplikationen, namentlich eines Schlaganfalles – siehe oben
Neu aufgetretenes Vorhofflimmern hat eine hohe „Selbstheilungsrate“. Bei mehr als der Hälfte der Patienten endet es innerhalb von 24 Stunden spontan (spontane Kardioversion). Deshalb kann in dieser Zeit in vielen Fällen eine Senkung der Herzfrequenz durch Medikamente wie Betablockern, Verapamil oder Digitalispräparaten ausreichend sein. Beeinflussbare Faktoren, die das Vorhofflimmern begünstigen, wie z.B. zu hohe Blutdruckwerte oder eine Schilddrüsenüberfunktion müssen mit behandelt werden.
Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) verändern die elektrischen Eigenschaften des Herzmuskels. Die vorübergehende oder dauernde Einnahme solcher Medikamente kann in einem Teil der Fälle Vorhofflimmern beenden oder das Wiederauftreten von Vorhofflimmern verhindern.
Bei länger anhaltendem Vorhofflimmern sind prinzipiell zwei verschiedene Therapiestrategien möglich:
1. Rhythmuskontrolle bzw. Kardioversion
hierbei wird versucht den normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus) wieder herzustellen. Dies ist prinzipiell durch Medikamente (medikamentöse Kardioversion) den sog. Antiarrhythmika (z.B. Flecainid oder Amiodaron), oder mit einem Stromstoß in Kurznarkose (elektrische Kardioversion) möglich
2. Frequenzkontrolle:
bei diesem Konzept wird eine Wiederherstellung des Sinusrhythmus verzichtet, im Vordergrund steht die Vermeidung von Beschwerden durch Senkung und Regularisierung der Herzfrequenz
Bei immer wiederkehrendem Vorhofflimmern trotz medikamentöser Therapie mit Antiarrhythmika kann eine Verödung (Ablation) von Teilen der Herzinnenhaut des linken Vorhofes erwogen werden. Diese wird dann im Rahmen einer Herzkatheterprozedur durchgeführt.
