Kardiologische
Gemeinschaftspraxis Dr. med. M. Castrucci | Dr. med. M. Weber

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Kardioversion

Elektrische Kardioversion

Bei der elektrischen Kardioversion wird durch einen Stromstoß mit Hilfe eines Defibrillators der Sinusrhythmus wiederhergestellt. Vorab wird durch ein Medikament eine Kurznarkose eingeleitet, die nur wenige Minuten anhält. Unter enger Überwachung wird dann über der Brust der Stromstoß an das Herz abgegeben. Diese durch die Narkose nicht wahrnehmbare und damit schmerzlose Stromanwendung führt in mehr als 90% zu einer Normalisierung des Herzrhythmus. Der abgegebene Stromstoß hinterlässt keine Schäden und kann auch ohne Komplikationen mehrfach angewendet werden.
Die elektrischen Kardioversion kann, im Gegensatz zur medikamentösen Kardioversion, auch bei vorhandenen Herzerkrankungen wie z.B. eine Herzschwäche, koronare Herzerkrankung oder Klappenfehler sicher durchgeführt werden.

Wenn das Vorhofflimmern bereits länger wie 48 Stunden besteht, muss vor der elektrischen Kardioversion eine „Blutverdünnung“ mit Marcumar® zur Vermeidung von Embolien, namentlich eines Schlaganfalls, erfolgen. Dies idealerweise für einen Zeitdauer von 4 Wochen vor Durchführung der Kardioversion. Kann aufgrund von starken Beschwerden (z.B. starke Luftnot) oder einer zunehmenden Herzschwäche nicht 4 Wochen gewartet werden, muss vor dem Stromstoß mit einem speziellen Herzultraschall über die Speißeröhre (Schlauchschluckecho oder transösophageale Echokardiographie, TEE) ein bereits vorhandenens Blutgerinnsel im Herzvorhof (Thrombus im linken Vorhofohr) ausgeschlossen werden.


Konkrete Durchführung der elektrischen Kardioversion

Die elektrische Kardioversion führen wir ambulant im Herzkatheterlabor in unserer Praxis durch. Der Patient erscheint nüchtern zu einer vereinbarten Zeit in der Praxis. Ob und welche Medikamente vorab mit einem kleinen Schluck Wasser eingenommen werden dürfen/müssen, wird vorab mit dem Arzt abgesprochen. Am Untersuchungstag vergewissern wir uns nochmals mit einem EKG, ob die zu behandelnde Herzrhythmusstörung - meist Vorhofflimmern – noch vorhanden ist. Nach Legen einer Venenverweilkanüle wird in unserem Herzkatheterlabor mit einem über die Vene verabreichten Medikament die Kurznarkose durchgeführt.  Während des kurzen und tiefen Schlafes und Beibehaltens der spontanen Atmung wird unter EKG-Kontrolle ein schmerzloser Stromstoß abgegeben. Damit lässt sich in den allermeisten Fällen der Sinusrhythmus wieder herstellen. Aufgrund der kurzen Wirkdauer des verwendeten Medikaments endet die Narkose von alleine nach wenigen Minuten und hinterlässt keine Nebenwirkungen.

Zur Sicherheit werden die behandelten Patienten für ca. 4 Stunden in unseren Nachsorgeräumen betreut und mit einem EKG überwacht. Währenddessen bekommen die Patienten ein Frühstück und können lesen oder Fernsehen. Nach der Überwachungszeit und einem nochmaligen 12-Kanal-EKG, mit welchem der Kardioversionserfolg abschließend dokumentiert wird, erfolgt ein Abschlussgespräch, in dem u.a. die weitere Tablettentherapie festgelegt wird. Danach kann die Praxis wieder verlassen werden. Wegen der verabreichten Narkosemedikamente darf an diesem Tag nicht selbst mit dem Auto gefahren werden, am besten erfolgt eine Begleitung durch Angehörige.


Langfristige Erfolgsaussichten einer Kardioversion

Ob im Verlauf erneut Vorhofflimmern auftritt hängt von vielen Faktoren ab:

  • der Dauer des Vorhofflimmerns vor der Kardioversion
  • einer zugrunde liegenden Herzerkrankung, vor allem der Funktion der Herzkammern
  • der Ursache des Vorhofflimmerns
  • der Behandlung ursächlicher Faktoren des Vorhofflimmern und
  • der medikamentösen Begleittherapie

Die Rezidivrate, d.h. die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens von Vorhofflimmern liegt im Durchschnitt bei 50%. Regelmäßige kardiologische Kontrolluntersuchungen sind deshalb wichtig.


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