Kardiologische
Gemeinschaftspraxis Dr. med. M. Castrucci | Dr. med. M. Weber

zur Startseite

Vorhofflimmern

Schlaganfallrisiko

Die Herzvorhöfe besitzen kleine Aussackungen, die als Vorhofohren bezeichnet werden. In diesen Ausstülpungen ist die Fließgeschwindigkeit des Blutes während des Flimmerns besonders langsam – die festen und flüssigen Blutbestandteile werden hier nicht mehr ausreichend durchmischt, so dass sich Blutgerinnsel (Thromben) ausbilden können. Werden diese losgeschwemmt (Embolie), können sie Gefäße im Körper verstopfen und so zu einem Organinfarkt führen.

Am häufigsten passiert dies im Gehirn, was dann zu einem Schlaganfall führt. Besonders groß ist die Gefahr einer solchen Embolie dann, wenn der normale Sinusrhythmus spontan, durch Medikamente oder durch einen Stromstoß (elektrische Kardioversion) wieder hergestellt wurde und die Vorkammern wieder regelmäßig und kräftig schlagen.


Blutverdünnende Medikamente senken Schlaganfallrisiko

Besonders gefährdet für einen Schlagabfall sind Patienten mit einer eingeschränkten Pumpfunktion der Herzkammern, einem Bluthochdruck, einem Alter über 75 Jahre und einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Embolien in der Vorgeschichte.

Liegen mehrere solcher Risikofaktoren vor, sollte eine medikamentöse Blutgerinnungshemmung mit dem Medikament Marcumar® (Handelspräparat mit der Substanz Phenprocoumon) erwogen werden. Die Verhinderung von Embolien und Schlaganfällen wiegt hier weitem das Blutungsrisiko, welches bei einer solchen Therapie besteht, auf. Bei Vorhofflimmerpatienten ohne Risikofaktoren kann auch eine niedrigdosierte Aspirintherapie ausreichend sein.

Bei Patienten mit dauerhaftem Vorhofflimmern und mindestens einem der genannten Risikofaktoren ist eine lebenslange Gerinnungshemmung notwendig, wenn nicht gravierende Begleiterkrankungen mit einem erhöhten Blutungsrisiko dagegen sprechen. Auch bei Patienten mit immer wiederkehrendem (paroxysmalen oder intermittierendem) Vorhofflimmern, vor allem wenn es unbemerkt auftritt, können sich Gerinnsel in den Ausstülpungen der Herzvorhöfe bilden, so dass auch hier im Falle vorliegender Risikofaktoren eine Blutverdünnung mit Marcumar angezeigt ist. Darüber hinaus ist es notwendig, Marcumar® für mindestens vier Wochen nach einer elektrischen oder medikamentösen Beendigung des Vorhofflimmern (Kardioversion) einzunehmen. Das Flimmern erzeugt eine über Tage anhaltende Pumpschwäche in den Herzvorhöfen, die in den ersten vier Wochen nach Kardioversion zu einer verstärkten Gerinnselbildung führen kann.

Die medikamentöse Blutverdünnung stellt also bei Vorhofflimmerpatienten einen wichtigen Bestandteil der Behandlung dar. Hierdurch lassen sich folgenschwere Schlaganfälle verhindern. Das Ausmaß und die Dauer einer Blutverdünnungstherapie müssen individuell vom behandelnden Arzt angepasst werden, wobei Begleiterkrankungen zu berücksichtigen sind.


Copyright © 2008 Kardiologische Gemeinschaftspraxis Dr. med. Max Weber und Dr. med. Marco Castrucci, im Ambulanzzentrum an der Raphaelsklinik Münster, Loerstraße 19, 48143 Münster, Telefon: (0251) 6869 00, Fax: (0251) 6869 010, E-Mail: praxis@kardiologie-muenster.de